Kürbiskernöl - das schwarze Gold der Steiermark

Kürbis hat wieder Saison

Der Steirische Ölkürbis erblickte vor ca. 150 Jahren das Licht der Welt. In einem winzigen Punkt unterscheidet er sich von allen anderen Kürbissorten. Und mit diesem „hauchdünnen“ Unterschied hat er einen kulinarischen Boom ausgelöst: das steirische Kürbiskernöl ist heute auf der ganzen Welt gefragt. Worin liegt sein Geheimnis?

Schon vor 10.000 Jahren schätzte man unter den indigenen Völkern Mittel- und Südamerikas den Kürbis als Speise. Das in Streifen geschnittene Fruchtfleisch wurde getrocknet und auf diese Wiese haltbar gemacht. Im Laufe der Jahrtausende wurden die essbaren Kürbissorten immer weiter gegenüber den bitteren Sorten ausgelesen – bis sich die Vorfahren unseres Gartenkürbis herausbildeten.

Eine „hauchdünne“ Besonderheit

Durch die gezielte Auslese und Züchtung bestimmter Varietäten sowie durch natürlich Mutation entstand im Laufe des 18. und 19. Jahrhundert in der Steiermark eine Sorte, die sich in einem wichtigen Punkt von allen anderen unterschied: Statt der verholzten Schale umgab nur ein dünnes Silberhäutchen den Samenkern. Und damit war der Steirische Ölkürbis geboren. Denn die „nacktschaligen“ Samen konnten um Vieles leichter und ergiebiger gepresst werden und waren viel aromatischer im Geschmack als die verholzten Kerne anderer Sorten.

Vom Geheimtipp zum „Goldrausch“

Zwischen 1870 und 1880 verbreitete sich der Anbau von Ölkürbissen in der Steiermark, in Slowenien sowie im heutigen Südburgenland rasant. Interessanterweise blieb Kürbiskernöl aber bis in die 1970er Jahre fast ausschließlich in der Steiermark bekannt. Erst in den 1980 wurde das „schwarze Gold“ national und international entdeckt. In den 90er Jahren begann dann ein richtiggehender „Goldrausch“, der bis heute anhält. Auf der ganzen Welt wird heute das einzigartig nussige Aroma des Öls geschätzt – von den kleinen Buschenschanken bis in die Haubenküchen der Weltmetropolen. Seit einigen Jahren zeichnet sogar der renommierte Gourmet-Führer „Gault Millau“ die besten steirischen Kürbiskernöle aus.

35 Kürbisse für 1 Liter Öl

Die 8 bis 10 Kilo schweren Früchte brauchen sandig-lehmige Böden und ein besonderes warm-feuchtes Klima. Wenn die Kürbisse im Herbst gelborange werden, ist es Zeit für die Ernte. Rund 1000 Samen werden – maschinell oder mit der Hand – pro Kürbis aus dem Fruchtfleisch gewonnen. Früher wurde das so genannte „Kürbisputzen“ gleich auf dem Feld erledigt, und zwar vor allem von Frauen. Der halbierte Kürbis wurde dabei auf die Schürze im Schoß gelegt und mit einer Hand festgehalten, während die andere das weiche Fruchtfleisch in der Mitte „herausputzte“, in dem sich die Kerne befanden. Heute wird diese Arbeit größtenteils von Maschinen erledigt. Anschließend wäscht man die Samen und trocknet sie bei 50 °C, damit sie gut gelagert werden können. Danach werden sie gepresst. Für einen Liter Öl braucht man übrigens drei Kilo Kerne oder etwa 35 Kürbisse.

G’schmackig und g‘sund

Das Öl ist reich an Vitaminen, Mineralen und Spurenelementen, wirkt vorbeugend gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, lindert Unterleibsbeschwerden, entschlackt und stärkt das Immunsystem. Geschätzt wird das steirische Kürbiskernöl heute aber vor allem wegen seines einzigartigen Aromas in den Restaurants und Gourmettempeln dieser Welt. Vom klassischen Käferbohnensalat bis hin zu  Kreationen der jungen Regionalküche (Nudeln mit Kürbiskernpesto, Kernölsouffleé oder Kürbiskernparfait)  – das „schwarze Gold“ der Steiermark ist heute in aller Munde. 

Quelle: www.austriainfo.at

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